Patrick Gröne ist 30 Jahre alt, seit 5 Jahren für Cobalt in Düsseldorf tätig und erzählt uns, wie er zu Cobalt Recruitment kam und wieso die Menschenkenntnis so eine große Rolle bei der Personalberatung und -vermittlung spielt und Hard-Facts nicht immer ausschlaggebend für eine erfolgreiche Vermittlung sind.

Recruiter Gröne Patrick

Was ist deine Aufgabe bei Cobalt Recruitment? Auf welche Berufsfelder bist du spezialisiert?

Ich rekrutiere Fach- und Führungskräfte für die Bau- und Immobilienbranche mit einem Schwerpunkt auf kaufmännische Profile. Für die reine Immobilienwirtschaft bedeutet das vom Property Manager über den Asset Manager, Vermietungsmanager, Projektentwickler bis hin ins Portfolio- und Fonds-Management, als auch für die Geschäftsführung. Zu meinen Kunden zählen Investoren, Bestandshalter, Fondshäuser, Banken, Versicherungen als auch Projektentwickler. Eine weitere Vertiefung innerhalb unserer Spezialisierung habe ich nochmal im Bereich Retail und Logistik, sprich zu meinem Kundenstamm gehören nationale und internationale Shoppingcenter-Entwickler, Investoren für Fachmarktzentren, sowie Developer im Bereich Logistikimmobilien.

Was hat dich für diese Aufgabe qualifiziert? Welcher Weg hat dich zu Cobalt Recruitment geführt?

Ich komme selbst aus der Immobilienbranche. Ich habe meine Ausbildung in einem kleinen Beratungshaus gemacht und wurde im Zuge einer Zusammenarbeit mit Cobalt für das Thema sensibilisiert. Ich hatte vorher mit dem Thema Personalberatung und Recruitment nichts zu tun, doch dann habe ich mich schnell dafür begeistern lassen, meinen Fokus Richtung Personal zu verändern. Nun bin ich hier.

Kannst du einen typischen Arbeitstag von dir beschreiben?

Ein typischer Arbeitstag findet in unserem Büro auf der Königsallee statt. Vormittags arbeite ich meistens mit meinen beiden Hauptwerkzeugen, dem PC und Telefon. Ich recherchiere für meine Kunden und Mandanten, suche Spezialisten für die Unternehmen, stelle über die gängigen Medien, wie Xing oder LinkedIn, aber auch über unser Netzwerk, Kontakt zu potenziellen Kandidaten her. Ich versuche den Markt so gut es geht zu sondieren und dann zu selektieren, um später einen potentiellen Kandidaten zu uns einzuladen und diesen für uns bzw. unsere Mandanten zu gewinnen. Man hat jeden Tag viel zu tun, immer neue Aufgaben, Hürden und Herausforderungen. Es wird also nie langweilig.

Was ist wichtiger für die Arbeit als Consultant, Menschenkenntnis oder die Sachkenntnis in der Branche in der du Personal vermittelst?

Meiner Meinung nach überwiegt die Menschenkenntnis, emotionale Intelligenz sagt man ja heute gerne. Aus unserer Sicht ist es wichtig, sowohl auf die Seite der Kandidaten, als auch auf die des Kunden einzugehen, die Menschen hinter den Profilen und Unternehmen möglichst umfangreich und intensiv kennenzulernen und wirklich zu verstehen. Zu wissen, wonach sie streben, welche Ziele sie haben und was sie motiviert. Um zum Erfolg zu gelangen, müssen wir dann ein erfolgreiches Personalmatch herstellen. Der Idealfall ist natürlich der, dass beide glücklich und erfolgreich zusammenarbeiten werden. Daher würde ich behaupten, dass sich die Fachkenntnis automatisch aufbaut und die Menschenkenntnis dabei hilft, als Personalberater bei Cobalt erfolgreich zu sein.

Kannst du uns anhand eines Beispiels erklären, wie du jeweils die richtigen Mitarbeiter für eine Stelle findest. Wie gehst du vor, was kannst du anhand der Bewerbungsunterlagen entscheiden und wann suchst du das persönliche Gespräch?

Für jeden Job habe ich eine Entscheidungsmatrix. Sie entsteht manchmal in meinem Kopf, ein anderes Mal aufgezeichnet in meinem Buch, um dann auf dem Markt Kandidaten zu finden oder eingehende Bewerbungsunterlagen danach zu selektieren. Zuerst ist es wichtig, dass die Hard-Facts zutreffen, z. B. muss der Kandidat in den bestimmten Aufgabenbereichen drei oder mehr Jahre Berufserfahrung aufweisen, im Ausland gearbeitet haben oder sonstige spezifische Qualifikationen, Abschlüsse mitbringen. Diese Informationen können wir simpel dem CV entnehmen. Dann fängt unser wirklicher Job aber erst an, wir laden den/die Kandidat/-in ein. Wie schon erwähnt ist dies der ausschlaggebende Faktor für den weiteren Verlauf der Dinge.

Wer genau steckt hinter dem Bewerbungsschreiben, was motiviert den Kandidaten, was hat er für ein Potenzial, zu welcher Unternehmenskultur passt er und wo kann er eben sein Potenzial voll entfalten? Dies im Interview als erste Grundlage und in der Vor- und Nachbereitung der Gespräche herauszufinden, das macht unseren Job aus. Letztendlich machen die Menschen die Jobs und nicht anders herum!

Es kommt aber auch manchmal anders und ich lerne einen Kandidaten kennen, dessen Background nicht hundertprozentig auf den Job passt, er allerdings anhand seiner Fähigkeiten überzeugt. Denn unsere Branche lebt von Informationen. Wissen gewinnt also. Ich versuche stetig abseits von meinen Vakanzen, links und rechts neue Kontakte herzustellen, Kandidaten kennenzulernen und neue Marktinformationen einzuholen. Da ich in der Regel für mehrere Vakanzen parallel latent oder aktiv suche (10-20), kann man dem Kandidaten kurz- oder mittelfristig immer etwas Spannendes anbieten. Und selbst wenn ich gerade nicht die passende Vakanz im Portfolio habe, dann einer meiner aktuell knapp 100 Kollegen deutschlandweit.

Ein Teil deiner Arbeit besteht auch darin, dass Bewerber bzw. Kandidaten sich an dich wenden können, wenn diese ihre Karrierechancen verbessern möchten. Welche Informationen brauchst du von den Bewerbern für diese Beratung und wie gehst du dann vor?

Ganz einfach: Den Kandidaten persönlich kennenlernen. Er bringt seinen Lebenslauf mit und basierend darauf kann ich den bisherigen Werdegang analysieren und ihm mögliche Optionen aufzeigen. Ich erläutere ihm, in welchen Alternativbereichen er sich umschauen könnte und was er dafür tun müsste. Lehrgänge, Fortbildungen und andere Funktionen werden ihm zusätzlich vorgeschlagen. Gerade in der Immobilienbranche ist es so, dass sich hinter einer Anzahl von Berufsbezeichnungen zig unterschiedliche Ausgestaltungen der jeweiligen Aufgabenschwerpunkte verbergen.

Wie sieht sein nächster Karriereschritt aus, wo liegen die eigenen Stärken? Es ist eine Art Bewerber- oder Karrierecoaching und es versteht sich ganz von selbst, dass dies ein Teil unserer Qualitätsberatung ist, die wir für jeden Kandidaten mitbringen, auch wenn er nicht aktiv sucht. Wir wissen nämlich selbst, dass die besten Jobs nicht ausgeschrieben, sondern über Vitamin B gefunden werden. Wir sind eigentlich ein künstliches Vitamin B, eine Art Talentpool, aus dem heraus wir dem Kandidaten passende Vakanzen zur richtigen Zeit anbieten können.

In Bezug auf die Branche auf die du spezialisierst bist, welche beruflichen Trends siehst du für die kommenden Jahre, auf welchen fachlichen Gebieten wird es zu Vakanzen kommen? Wo bestehen sie weiter? In welchen Bereichen bestehen die besten Karrierechancen?

Im Zeitalter der Digitalisierung, die ja schon viel in unserer Branche verändert hat und sicherlich noch viel verändern wird, sind die Funktionen der kaufmännischen Natur wie Property Management, Portfolio- und Fondsmanager alles Themen, die sehr krisensicher und zukunftsorientiert sind. Ein Computer kann nämlich Eines nicht ersetzen, und zwar das Bauchgefühl eines Menschen, der es versteht Situationen zu verknüpfen, sich mit Teilnehmern auseinanderzusetzen und wirklich AKTIV zu agieren. Computer sind meistens reaktiv, sie brauchen Informationen, um zu funktionieren und müssen (vor-) programmiert werden. Wer sich aber in Zukunft für Neues begeistern kann, ein Verständnis für die Möglichkeiten der Digitalisierung mit sich bringt und in dem Bereich IT auskennt, der wird auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen haben.

In Bezug auf die Region, für die du tätig bist, welche Besonderheiten siehst du auf diesem regionalen Arbeitsmarkt?

Mein primäres Arbeitsgebiet ist NRW. Dort herrscht ein sehr stark diversifizierter, dezentraler Arbeitsmarkt was die Immobilienbranche angeht. Düsseldorf ist der größte Hotspot, eine Immobilien-Hochburg sozusagen. Köln ist dagegen von Banken und Versicherungen und ansonsten eher von lokalen oder Nischenplayern geprägt. Meines Erachtens nimmt dies jedoch sukzessive ab und konzentriert sich stark auf den Bereich Düsseldorf. Über Düsseldorf hinaus haben wir zahlreiche KMUs und Konzerne, die ebenfalls Immobilienmanagement betreiben sowie den großen Wohnungsmarkt der in unserem Ballungsgebiet mit über 10 Mio. Menschen im direkten Einzugsbiet einen großen Teil der Immobilienwirtschaft ausmacht. Im Vergleich zu dem Kapital- und Investorenmarkt Frankfurt, wird in Düsseldorf und im Gebiet herum direkter an der Immobilie gearbeitet.

Was war bislang dein größter Erfolg bei Cobalt Recruitment?

Am Ende des Tages ist unser Job ein Projektgeschäft, insofern kann ich den einen großen Erfolg nicht explizit benennen, weil es viele verschiedene anspruchsvolle Projekte gibt, die zu Erfolgen führen. Manche Projekte dauern lang, andere kurz. Sie können einem den letzten Nerv rauben, weil man nicht weiter weiß und am Ende trotzdem einen Erfolg erzielen muss. Unsere Erfolgsquote ist allerdings wirklich hoch, da wir am Ende des Tages nahezu alle Vakanzen besetzen. Persönlich finde ich es aber am interessantesten, wenn wir uns innerhalb der sowieso schon sehr kleinen, spezialisierten Immobilienbranche befinden und dort Arbeitgeber haben, die sich in einer sehr kleinen Nische bewegen.

Wir hatten einen Fall, wo wir mit einem Unternehmen aus der IT-Branche zusammenkamen, die eine KI basierte Lösung für Immobilienunternehmen entwickelt haben und dafür einen Geschäftsführer suchten, der den Real Estate Markt ebenfalls so versteht, wie das Thema Digitalisierung. Die Chance auf eine erfolgreiche Vermittlung sah der Kunde als schwierig und auch andere Beratungen hatten bereits dankend abgelehnt. Wir haben uns ebenfalls auf einen komplexen Prozess eingestellt und die Erwartungen an die Zeitschiene großzügig skizziert. Nach zwei Monaten konnten wir den Job aber bereits besetzen und die Idealkandidatin konnte bereits anfangen und macht seitdem einen tollen Job. Es war herausfordernd zwei Branchen (IT und Real Estate) miteinander zu matchen, doch umso größer war die Freude nach der erfolgreichen Suche auf beiden Seiten.

Was schätzt Du an der Arbeit für Cobalt Recruitment?

Ich schätze sehr, dass kein Tag wie der andere ist, denn so bleibt es immer aufregend. Man kann den Tag selbstständig planen und ein erfolgreicher Unternehmer im Unternehmen sein. Du entscheidest, wann, was, wie gemacht wird. Es gibt nicht nur den Plan A, viele Wege führen nach Rom, das macht es so interessant. Für Menschen, die sich gerne mit Menschen befassen ist der Beruf des Personalvermittlers nah dran am Traumberuf.

Und jetzt noch eine Schnellrunde, bei der Du bitte jeweils kurz antwortest und möglichst das nennst, was Dir zuerst in den Sinn kommt.

Im Auto/unterwegs höre ich am liebsten:

Elektronische Musik, House, R’n’B, Hip-Hop, 50iger & 80iger

Wenn ich ein Tier sein könnte, wäre ich gerne:

Ein Falke

Mit dieser berühmten, lebenden oder bereits toten Persönlichkeit würde ich gerne einmal einen Tag verbringen:

Albert Einstein

Mein Lieblingsbuch (oder Lieblingsfilm oder Lieblingsserie):

Game of Thrones

Meine Kollegen schätzen an mir:

Dass ich verlässlich bin und immer mit Rat und Tat zur Seite stehe. Außerdem kann man mit mir gut lachen.

Eine "Sünde", auf die ich keinesfalls verzichten will, ist:

Geiles Fleisch vom Grill