Eine neue Studie der Marken- und Designagentur Peter-Schmidt-Group hat sich mit der Arbeitnehmerzufriedenheit und der Unternehmenskommunikation befasst. Die Ergebnisse der Untersuchung sind von großem Nutzen für Arbeitgeber, die ihr Employer Branding verbessern wollen. Eine gelebte positive Unternehmenskultur und klar kommunizierte Unternehmenswerte können demnach als wichtigste Faktoren zum Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke und zur Motivation der Mitarbeiter gelten. Wir haben für Sie zusammen gefasst, was Deutschlands Arbeitnehmer von der internen Unternehmenskommunikation ihres Arbeitgebers halten und was sie sich wünschen.

Interne Unternehmenskommunikation

1. Ein Drittel der Mitarbeiter ist unzufrieden

Was die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit angeht, kommt die Peter-Schmidt-Group zu ähnlichen Ergebnissen wie andere Untersuchungen der letzten Jahre. Etwa ein Drittel der Mitarbeiter sind nicht sonderlich motiviert und bewerten ihre Arbeitssituation eher negativ. Es ist zwar durchaus üblich, dass Arbeitnehmer gelegentlich unzufrieden mit ihrem Job sind, solche Phasen gehen jedoch im Regelfall auch wieder vorbei. Bedenklich für Arbeitgeber ist allerdings, dass die Unzufriedenheit bei vielen Mitarbeitern nicht nur vorübergehend zu sein scheint. Knapp 15 Prozent geben an, mit ihrer Arbeitsstelle so unglücklich zu sein, dass sie innerlich bereits gekündigt haben. 20 Prozent planen gar, dass sie den Arbeitgeber in nächster Zeit definitiv oder sehr wahrscheinlich wechseln möchten. Weitere knapp 16 Prozent geben an, dass sie in dieser Frage noch zwiegespalten sind.

Die Umfrage konnte klare Faktoren identifizieren, die die Motivation der Belegschaft wieder steigern würde. Bemerkenswert ist auch, dass dabei Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt wurden. Männer führten besonders die individuelle Wertschätzung als motivationssteigernd an. Frauen bevorzugten eine Mischung aus individueller Wertschätzung und einer deutlichen Wertekommunikation der Führungskräfte. Sowohl Frauen als auch Männer gaben an, dass mehr Identifikation mit den Produkten und Leistungen des Arbeitgebers eine motivationssteigernde Wirkung erzielen würde.

Auch für Unternehmen, die die wechselwilligen Mitarbeiter abwerben möchten, hat die Studie ein paar nützliche Tipps. Diese informieren sich über potenzielle neue Arbeitgeber über

  • das Internet (45,2 Prozent)
  • Mitarbeiter des Unternehmens, bei dem sie sich eventuell bewerben wollen (35,7 Prozent)
  • Freunde und Bekannte (28,6 Prozent)

Ein persönlicher Kontakt, der bereits mit dem potenziellen Arbeitgeber besteht, ist demnach sehr relevant, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Problematisch hierbei: Rund ein Viertel der Beschäftigten gibt an, dass sie das eigene Unternehmen nicht als Arbeitgeber weiterempfehlen würden.

2. Unternehmenswerte sind Mitarbeitern wichtig, doch sie werden zu selten gelebt

Wenn positive Unternehmenswerte klar definiert werden und auch in der täglichen Arbeit wiedererkennbar sind, wirkt sich das positiv auf die Identifikation mit dem Unternehmen und letztendlich auf die Motivation der Arbeitnehmer aus. Männliche Angestellte gewinnen aus den gelebten Unternehmenswerten Ansporn. Bei Frauen sorgen sichtbare Unternehmenswerte eher dafür, sich besser mit dem Unternehmen identifizieren zu können und in der Folge zufriedener mit der eigenen Arbeitsstelle zu sein.

Es kommt jedoch laut den Befragten zu selten vor, dass die Unternehmenswerte sich auch tatsächlich in der täglichen Arbeit niederschlagen. Die meisten Mitarbeiter (91 Prozent) sind zwar mit den Unternehmenswerten vertraut, fast die Hälfte (47,8 Prozent) ist jedoch der Meinung, dass diese wenig mit der alltäglichen Arbeit zu tun haben. Demnach empfinden viele Arbeitnehmer ihre täglichen Aufgaben als wenig sinnstiftend, was auf Dauer auf die Motivation drückt.

Dabei würden einige Arbeitnehmer für überzeugend gelebte Unternehmenswerte sogar auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, etwa wenn sich der Arbeitgeber sozial engagiert. Gut 35 Prozent der Belegschaft könnten sich vorstellen, 5 bis 10 Prozent des Gehalts zu opfern, wenn es stattdessen gemeinnützigen Zwecken zu Gute käme. Unternehmen können demnach mit einer positiven, sozial engagierten Unternehmenskultur einiges an Boden gut machen und sollten mehr Zeit und Energie darin investieren, Unternehmenswerte und Unternehmensalltag in Einklang zu bringen.

3. Vier Faktoren sind besonders entscheidend bei der Arbeitnehmerzufriedenheit

Die Studie hat Arbeitnehmer befragt, inwiefern zwanzig verschiedene Faktoren dazu beitragen, dass sie sich bei ihrem Arbeitgeber wohlfühlen. Die Ergebnisse sind eindeutig. Besonders vier Faktoren kristallisierten sich heraus:

  • Mit 55,2 Prozent erreicht gutes Betriebsklima die Spitzenposition. Darin mit inbegriffen sind zweifelsohne auch die positiven Unternehmenswerte, die in der täglichen Arbeit auch gelebt werden
  • Ein angemessenes Gehalt landet mit 52,2 Prozent lediglich auf Platz zwei der Wohlfühlfaktoren. Für viele Arbeitgeber ist es sicherlich eine Überraschung, dass lediglich für etwas mehr als die Hälfte der Belegschaft Geld ein besonders wichtiger Faktor ist.
  • Auf dem dritten Platz folgt mit 44,8 Prozent die persönliche Wertschätzung durch den Arbeitgeber, insbesondere, wenn diese Wertschätzung durch Extras wie zusätzliche Arbeitgeberleistungen zum Ausdruck gebracht wird.
  • Ein sicherer Arbeitsplatz mit Zukunftsperspektive rundet die vier großen Wohlfühlfaktoren mit 42,8 Prozent ab.

Weitere Faktoren folgen erst mit großem Abstand. Weniger als ein Drittel geben etwa flache Hierarchien oder Nähe zum Wohnort als besonders wichtige Faktoren für ihr Wohlbefinden an. Zwar werden Lifestyle-Offices immer wieder als Trend heraufbeschworen, doch tatsächlich scheinen Angestellte derlei Investitionen in den Arbeitsplatz nicht für relevant zu halten. Lediglich 5 Prozent geben an, dass ihnen die räumliche Gestaltung des Arbeitsplatzes wichtig ist.

Bemerkenswert zudem für Arbeitgeber: Mitarbeiter ab 40 sind grundsätzlich zufriedener und motivierter als die jüngeren Kollegen. Auch das hängt mit den Wohlfühlfaktoren zusammen, denn ältere Mitarbeiter haben häufig andere Prioritäten und legen vor allem auf individuelle Wertschätzung großen Wert. Jüngere Kollegen priorisieren hingegen klare Wertekommunikation, ein Bereich, in dem die Studie deutliche Defizite festgestellt hat. Dementsprechend sind jüngere Mitarbeiter tendenziell unzufriedener und fühlen sich weniger an das Unternehmen gebunden.

4. Bei der internen Kommunikation bestehen starke Defizite

Die Studie stellte fest, dass es an der innerbetrieblichen Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oft hapert. Wollen Unternehmen den Mitarbeitern Neuigkeiten mitteilen oder Werte vermitteln, schaltet etwa ein Drittel der Belegschaft innerlich ab. Das liegt nicht daran, dass sie sich nicht dafür interessieren würden. Vielmehr werden die Inhalte als wenig glaubwürdig empfunden. Das hängt auch damit zusammen, dass die Belegschaft oft wenig von der vorherrschenden Unternehmenskultur hält. Mehr als ein Drittel erachtet die Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers als nicht positiv oder kommt lediglich zu einem neutralen Urteil.

Die Kommunikationsangebote, die den Mitarbeitern zur Verfügung stehen, werden meist nicht als ausreichend empfunden. Über die Hälfte der Befragten wünschen sich mehr direkten Kontakt mit dem Arbeitgeber, um über Unternehmenswerte informiert zu werden und das Unternehmen näher kennenzulernen. Dabei stehen interaktive Formate wie Workshops, Schulungen und Firmen-Events hoch im Kurs. Interne Unternehmenskommunikation muss demnach direkt und erlebbar sein, um verinnerlicht und als authentisch wahrgenommen zu werden.

In der Realität der meisten Unternehmen ist die interne Kommunikation allerdings dürftiger: Mitarbeiter informieren sich selbstständig durch persönliche Gespräche mit den Kollegen, Unternehmens- und Karrierewebseiten oder das Intranet über den Arbeitgeber. Ein Gemeinschaftsgefühl sowie einheitlich gelebte Unternehmenswerte können sich so nur schwer entwickeln.

5. Auch bei der externen Kommunikation gibt es häufig Mängel

Die externe Kommunikation ist bei den Mitarbeitern ebenfalls wenig beliebt. Fast zwei Drittel der Belegschaft halten die Außendarstellung ihres Unternehmens für nicht besonders überzeugend. 47,3 Prozent geben sogar an, dass die Informationen, die kommuniziert werden, nicht der Realität entsprechen. Das ist insbesondere wenig hilfreich, um die vielen wechselbereiten Arbeitnehmer abzuwerben und für das eigene Unternehmen zu gewinnen.

Unternehmen sollten zumindest den Karrierebereich ihrer Webseite gut aufbereiten, denn Fachkräfte, die auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind, informieren sich vor allem dort über das jeweilige Unternehmen. Die Webseite sollte optisch ansprechend und gut strukturiert sein sowie alle relevanten Informationen enthalten.

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