Niemand wird als Führungskraft geboren. Gute Chefs beherrschen die Grundlagen der Mitarbeiterführung, können motivieren und haben aus ihren Erfahrungen gelernt. Das Thema Mitarbeiterführung ist in jedem Unternehmen unabhängig von dessen Größe relevant. Sie ist wichtig, um aus einzelnen Mitarbeitern ein Team zu formen, in dem sich jeder gegenseitig unterstützt, statt gegeneinander zu arbeiten. Welche Regeln für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung gelten, haben wir Ihnen im folgenden Beitrag zusammengefasst.

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Was ist eine gute Mitarbeiterführung und was macht sie aus?

Mitarbeiterführung ist sehr viel mehr, als nur die organisatorischen Belange des Unternehmens und den Einsatz der Mitarbeiter darin zu koordinieren. Es ist eine systematische Aufgabe, die sehr viel Know-how, Empathie und Erfahrung erfordert und nur von jemandem beherrscht werden kann, der das Rüstzeug dafür besitzt.

Der Verantwortliche muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass sich jeder Mitarbeiter wohl und wertgeschätzt fühlt und seine Karrierechancen innerhalb des Unternehmens erkennt. Die Führungskompetenz des Chefs ist einer der wichtigsten Faktoren für ein gutes Gesamtergebnis am Ende des Jahres. Wer es schafft, sein Team zu Bestleistungen zu motivieren, kann sich am Ende auch über eine hervorragende Bilanz freuen.

Die Bedeutung der Mitarbeiterführung in einem Team

Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen der Führung einzelner Mitarbeiter, die selbstständig arbeiten und der Führung eines Teams. Innerhalb eines Teams gibt es immer eigene Dynamiken. Die einzelnen Teammitglieder können aus unterschiedlichen Kulturen kommen, haben ihre eigenen Herangehensweisen, eine individuelle Motivation und eigene Stärken und Schwächen. Wer hier nicht lenkend eingreift, riskiert Grüppchenbildung und die Entstehung einer kontraproduktiven Arbeitsatmosphäre.

In kleineren Betrieben kann sich dies sogar existenzgefährdend auswirken. Daher ist es die größte Herausforderung der Führungskraft dafür zu sorgen, dass die einzelnen Teammitglieder zusammen und nicht gegeneinander arbeiten. Um dies zu erreichen, gibt es einige Instrumente, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten:

    1. Regelmäßige Besprechungen
      Kaum etwas ist giftiger für eine Zusammenarbeit als aufgestaute Emotionen. Oft reichen kleine Unstimmigkeiten schon aus, die später eskalieren. Regelmäßige Besprechungen sorgen dafür, dass Ärgernisse im Keim erstickt werden und keine Chance haben, das Team zu spalten.
    2. Klare Aufgabenverteilung
      Jeder Mitarbeiter sollte einen exakt abgestimmten Arbeitsbereich bekommen, in dem er eigenverantwortlich handeln kann. Dadurch wird vermieden, dass zwei oder mehr Personen darüber in Streit geraten, wer denn nun für die Erledigung dieser oder jener Aufgabe verantwortlich ist.
    3. Gemeinsame Spielregeln festlegen
      Es sollten klare Regeln darüber existieren, wie die Arbeit und vor allem die Zusammenarbeit gestaltet wird. Die Führungskraft kann in diesem Zusammenhang beispielsweise festlegen, dass jedem Mitarbeiter unabhängig von seinem Verantwortungsbereich dieselbe Wertschätzung entgegengebracht wird. Weitere Regeln können darüber festgelegt werden, die internen Mails auf ein Minimum zu reduzieren und Fragen lieber im persönlichen Gespräch zu klären – das verhindert oftmals die Entstehung von Missverständnissen und reduziert den Arbeitsaufwand.

Die Mitarbeiterführung in einem Team gleicht der Erziehungsarbeit von Eltern. Bevor sich feste Werte und Regeln in einem Unternehmen etablieren können, müssen sie von der Führungskraft vorgelebt werden. Oftmals ist auch die Arbeitsplatzgestaltung ein wichtiger Faktor dafür, wie das Team arbeiten kann. Offene Bürolandschaften mit integrierten Meeting-Points fördern die Kommunikationsbereitschaft innerhalb des Teams und wirken der Entstehung von aufgestauten Konflikten entgegen.

Checkliste: Die 7 wichtigsten Regeln der Mitarbeiterführung

Regel 1: Offene Kommunikation

Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter dazu ermutigen, offen über Probleme und Konflikte zu sprechen. Sie sollten den Rahmen dafür schaffen, dass auch unkonventionelle Ideen angstfrei geäußert werden können. Genau dafür müssen Kommunikationsregeln definiert werden, die für alle gelten – auch für den Vorgesetzten.

Regel 2: Respektvoller Umgang

Es klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist aber längst noch nicht Alltag innerhalb der Führungsebene. Respekt bedeutet beispielsweise, Offenheit zu zeigen gegenüber sachlicher Kritik, die von einem Mitarbeiter geäußert wird. Bei Mitarbeitergesprächen gilt die Aufmerksamkeit des Vorgesetzten ganz dem Mitarbeiter – das Smartphone befindet sich derweil im Offline-Modus. Kritik sollte niemals öffentlich, sondern immer nur unter 4 Augen geäußert werden.

Regel 3: Mitarbeiter motivieren

Jeder Mensch braucht für alle Tätigkeiten im Leben eine entsprechende Motivation. Motivation entsteht beispielsweise dadurch, dass die Führungskraft ihrem Mitarbeiter regelmäßig ein konstruktives Feedback zu seiner Arbeit gibt. Geschieht dies nicht, dann kann der Mitarbeiter schnell den Eindruck gewinnen, seine Arbeit werde gar nicht wahrgenommen. Bemerken Sie auch diejenigen Dinge, die schon als Selbstverständlichkeiten wahrgenommen werden, wenn ein Mitarbeiter beispielsweise für alle Kollegen regelmäßig Pausensnacks mitbringt. Ein kleines Eis, wenn es draußen 30°C sind, ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Mitarbeitermotivation.

Regel 4: Konsequente Führung

Gute Führung ist mit Konsequenz und Fairness verbunden. Hat ein Mitarbeiter einen Fehler begangen, sollte die Führungskraft selbstkritisch betrachten, ob sie daran auch eine Schuld trifft. Vielleicht war das Briefing nicht ausreichend oder der gesetzte Zeitrahmen zu knapp?

Regel 5: Mitarbeiter mit einbeziehen

Führungskraft zu sein, bedeutet nicht, alles zu wissen und die Expertise aller Mitarbeiter zu vereinen. Es ist keine Schwäche, sich Rat bei den eigenen Mitarbeitern einzuholen und diese in Ihre Entscheidungen miteinzubeziehen. Oft besitzen einzelne Mitarbeiter in einem Bereich mehr Kompetenz als die Vorgesetzten – diese Kompetenz zu unterdrücken, hemmt die gesamte Gruppe.

Regel 6: Faire Entlohnung

Kaum etwas sorgt für mehr Diskrepanzen innerhalb eines Teams als eine unangemessene oder unfaire Entlohnung. Die Mitarbeiter sollten erkennen können, dass sie für ihre Leistung ein angemessenes Gehalt bekommen. Sollte es erhebliche Gehaltsunterschiede geben, muss es dafür eine nachvollziehbare Begründung geben.

Regel 7: Identifikation fördern

Mitarbeiter, die sich mit ihrem Arbeitsplatz identifizieren, arbeiten motivierter, geben Ihr Bestes, werden weniger krank und lassen sich schwerer abwerben. Umso wichtiger ist es, dass die Führungskraft die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen fördert. Dies erreichen Sie beispielsweise, indem Sie den Mitarbeiter an gemeinsamen Erfolgen teilhaben lassen – beispielsweise in Form einer Bonuszahlung. Er bekommt dadurch das gute Gefühl, ein wichtiger Teil des Ganzen zu sein.

Gute Führungskräfte haben einen klaren Führungsstil, den Sie einheitlich leben. Es ist eine dauerhafte Aufgabe, die von der Führungskraft eine gute Reflektionsfähigkeit und Lernbereitschaft erfordert. Wer als Führungskraft die Bereitschaft dafür zeigt, ist auf dem besten Weg zu einer erfolgreichen Mitarbeiterführung.

 

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