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Jan212016

Die Wirkung des „Impression Managements“ in Einstellungsinterviews

In der Schule, in der Familie und im Freundeskreis, oft online, und sogar sich selbst gegenüber machen Menschen es; am häufigsten aber wohl vor dem Arbeitgeber: Selbstdarstellung. Es gibt unzählige Situationen, in denen sie betrieben wird. Dieser Effekt tritt nicht nur bei verbalen Äußerungen auf; schon das bloße Auftreten oder der Kleidungsstil, kann unter den Begriff der Selbstdarstellung fallen. Dieser psychologische Vorgang wird als „Impression Management“ bezeichnet.

Menschen analysieren sich gegenseitig und versuchen Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften, Gefühle und die Denkweise des Interaktionspartners zu ziehen. Selbstdarstellung ist demnach in jeder Art und Weise ein komplexer Prozess für beide Parteien: für den sich Darstellenden und genauso für das Gegenüber. Man kann dies als „sozialen Wahrnehmungsprozess“ bezeichnen, der mit einer ständigen Urteilsbildung verbunden ist. In vielen Fällen muss dem Akteur nicht einmal bewusst sein, welche Konsequenzen er mit seinen Äußerungen hervorrufen kann, die vielleicht nicht einmal beabsichtigt waren. Andersherum wird es dem Gegenüber nicht unbedingt deutlich, welche Schlüsse er dem Akteur gegenüber, allein durch die Gestik, zieht.

Impression Management ist demnach besonders häufig im Alltag und in Organisationen zu beobachten. Eine typische Situation, in der Impression Management betrieben wird, ist das Einstellungsinterview. Es wird besonders häufig angewandt: Wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber auf negative Aspekte der Bewerbung anspricht und dieser sich dafür rechtfertigen muss.

Im Einstellungsinterview ist davon auszugehen, dass der Bewerber bemüht ist, einen positiven Eindruck zu hinterlassen, der ihn von der Konkurrenz positiv hervorhebt und der dazu führt, dass sich ein Arbeitgeber für ihn entscheidet. Wenn ein Bewerber der Überzeugung ist, den gewünschten Beruf mit Hilfe bestimmter Taktiken erlangen zu können, wird er diese anwenden. Allein der Wettbewerb um die gewünschte Stelle enthält eine Art Aufforderungscharakter, ein positives Bild zu vermitteln. Die Art und Weise der Selbstdarstellung kann über eine Einstellung entscheiden. Deshalb ist offensichtlich, dass Impression Management und besonders die Rechenschaftskommunikation intensiv genutzt werden, um die persönlichen Vorzüge darzustellen. Vieles kann der Bewerber allein durch die Tonlage seiner Stimme vermitteln. Auch die Länge der Rechenschaft, Tempo und Betonungen, können dazu führen, dass das Gesagte überzeugend vermittelt wird – ob es nun der Wahrheit entspricht oder nicht. Der Eindruck, den sich der mögliche Arbeitgeber macht, ist sehr wichtig und daher auch die Wirkungsweise des Impression Managements. Eine negative Eigenschaft kann automatisch mit anderen Eigenschaften verknüpft werden, unabhängig davon, ob diese tatsächlich auf den Bewerber zutrifft oder nicht.

Wie nun eine gewisse Selbstdarstellung auf den Personalrekrutierer wirkt, kann durchaus unterschiedlich sein. Eine abhängige Variable ist beispielsweise die persönliche Erfahrung oder die Sympathie. Aus diesem Grund passen sich Bewerber, die sich des Impression Managements bedienen, den äußeren Umständen an - zum Beispiel die Anpassung des äußeren Aussehens sowie die Anpassung der Erwartung im verbalem und non-verbalem Verhalten.

In einer Studie zu non-verbalem Verhalten von McGovern und Tinsley (1978) sehen sich verschiedene Personalrekrutierer zwei Einstellungsgespräche mit identischem verbalem Inhalt an. Diese unterscheidet sich jedoch im non-verbalem Inhalt. Das erste Bewerbungsgespräch zeigt einen Bewerber, der kaum Blickkontakt hält und sich mit seinen Äußerungen sehr zurückhält. Der zweite Bewerber hingegen ist sehr aufgeschlossen und kommunikativ. Das Ergebnis der Studie zeigt eindeutig, dass das Verhalten des letzten Bewerbers auf deutlich positivere Aufnahme bei den Personalrekrutierern führte als der Erste. Auch eine andere Studie belegt, dass Blickkontakt eine äußerst wichtige Rolle spielen kann und auch ein Mittel ist, um den Personalrekrutierer bei seiner Entscheidung zu beeinflussen.

Man muss sich also nicht nur fragen, was für inhaltliche Antworten zu welcher Wirkungsweise führen, sondern gleichzeitig die Rolle der Verhaltensweise be-leuchten. Der Bewerber passt sich vor allem den möglichen Erwartungen des Arbeitgebers an. Dies muss nicht immer der Fall sein, wenn ein Bewerber sich rechtfertigt. Es ist anzunehmen, dass eine Reihe von Bewerbern sich nicht mit dieser Situation auseinandersetzen und somit keine vorteilhaften Antworten geben, sondern viel mehr ein bestehendes negatives Bild verschlechtern. In Bezug auf die Wirkungsweise des Impression Managements bleibt festzuhalten, dass dieses nicht immer eindeutig zu bestimmen ist. Viele Personalrekrutierer haben bereits ein Bild im Kopf, wie der Bewerber sein sollte und stellen gewisse Erwartungen an die Antworten des Bewerbers.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten für den Bewerber, zu reagieren. Zum einen kann ein Bewerber ehrlich und überzeugend antworten. Diese Imagewiedergabe entspräche dem wirklichen Bild der Person. Zu unterscheiden ist an dieser Stelle, ob die Antwort eher eine Rechtfertigung oder eine Entschuldigung enthält. Zum anderen kann der Bewerber auch die Unwahrheit sagen. Manche tragen diese überzeugend vor, Andere nicht. Es stellt sich die Frage, welche Antwort einem Personalrekrutierer eher zusagt. Eine offene und ehrliche Antwort, die jedoch nicht dem erwünschten Bild entspricht oder eine gelogene Antwort, die dafür der Erwartung entspricht?

Eine Studie, die Gacalone und Rosenfeld (1989) in ihrer Arbeit wiedergeben, präsentiert folgendes Ergebnis: Menschen, die sich des Impression Managements sehr intensiv bedienen, gelten als weniger vertrauensvoll und werden aus diesem Grund mit geringerer Wahrscheinlichkeit zu einem weiteren Interview eingeladen. Menschen, die sehr auf das innere Gleichgewicht achten, werden dennoch nicht mehr bevorzugt. Trotzdem wird zusammenfassend gesagt, dass ein gewisses Maß an Rechenschaftskommunikation sehr sinnvoll sein kann, um ein bestehendes negatives Bild zu revidieren.

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Artikel verfasst von Bushra Nadeem, Associate Director in Frankfurt am Main.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Donnerstag, den 21.01.2016 und ist abgelegt unter Cobalt News / Presse. Sie können unseren RSS 2.0 News Feed hier abonnieren.

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