Kündigungstipps "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." (Hermann Hesse)

Es kommt im Berufsleben für viele Arbeitnehmer einmal der Zeitpunkt für Veränderung. Doch bevor Sie die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen, sich auf ein höheres Gehalt oder ein besseres Arbeitsklima bei einem neuen Arbeitgeber freuen dürfen, kommen Sie nicht umhin, Ihren alten Arbeitsvertrag zu kündigen.

Dabei sollten Sie Wert auf einen sauberen und stilvollen Abgang legen, auch wenn sich bei Ihnen Frust und Unzufriedenheit über die Kollegen, die Arbeitsbedingungen oder den Chef aufgestaut haben. Ein guter letzter Eindruck bleibt haften – und den erreichen Sie nicht, indem Sie nur die Formalitäten klären und die verbleibende Arbeitszeit einfach absitzen. Wer „verbrannte Erde“ an seinem alten Arbeitsplatz hinterlässt, schadet seinem Ruf und damit auch seinen Karrierechancen.


Überstürzen Sie nichts

Eine Trennung ist in der Regel eine emotionale Angelegenheit. Das ist im Berufsleben nicht anders als in einer Beziehung. Ärger oder Enttäuschung sind jedoch kein guter Ratgeber. Schlafen Sie deshalb ein paar Nächte über ihre Entscheidung, bevor sie dem Arbeitgeber die Kündigung mitteilen. Das gibt Ihnen auch die Möglichkeit, noch einmal den Arbeitsvertrag genau zu prüfen oder sich gegebenenfalls über Fristen, Rechte oder Verpflichtungen von einem Anwalt beraten zu lassen.


Persönliches Gespräch

Eine Kündigung bedarf der Schriftform. Sie sollten jedoch, bevor Sie das offizielle Schreiben in der Personalabteilung abgeben, Ihren Chef persönlich informieren – auch wenn es schwer fällt. Das Vier-Augen-Gespräch sollte jedoch nicht für eine Abrechnung bzw. das Waschen schmutziger Wäsche genutzt werden. Bleiben Sie professionell: Nutzen Sie die Möglichkeit, um für Verständnis zu werben, indem Sie Ihre Kündigung mit den guten Chancen und Perspektiven im neuen Job erklären und sich für die Zusammenarbeit bedanken. Der Respekt verlangt es, dass Sie auch Ihre engsten Kollegen und Mitarbeiter in Ihre Pläne einweihen.


Reibungslose Übergabe

Zu einem sauberen Abgang gehört es auch, die laufenden Projekte möglichst noch abzuschließen und alle offenen Aufgaben an die Kollegen zu übergeben. Ihr alter Arbeitgeber wird es Ihnen auch danken, wenn Sie sich aktiv an der Einarbeitung Ihres Nachfolgers beteiligen bzw. alle dafür erforderlichen Unterlagen und Dokumentationen bereitstellen.


Man trifft sich immer zweimal im Leben

Wenn Ihr alter Arbeitgeber sich wünscht, dass Sie das Unternehmen nicht verlassen, dann haben Sie alles richtig gemacht. Aber auch wenn das Verhältnis in den letzten Wochen angespannt ist, gehört es sich nicht, über den alten Arbeitgeber oder Chef zu lästern. Vermeiden Sie es auch, vor den alten Kollegen über den neuen Job zu schwärmen. Denn all das wirft kein gutes Licht auf Sie. Bedenken Sie: Die (Arbeits-) Welt ist klein, die Wege mit alten Kollegen und Vorgesetzten können sich in Zukunft wieder kreuzen.


Ein Wort zum Abschied

Ihr Auftreten sollte Respekt vor dem alten Arbeitgeber signalisieren. Zum guten Schluss gehört es sich deshalb, die Kunden und Geschäftspartner über Ihr Ausscheiden aus dem Unternehmen zu informieren und sich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Auch die Abschieds-Email an die Kollegen sollte positiv und frei von Bitterkeit sein.



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