Leslie Malin Riege arbeitet seit zwei Jahren als Senior Consultant im Bereich Construction & Technical Real Estate in Hamburg für Cobalt Recruitment. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, für unterschiedliche Kunden aus diesem Segment technische Fach- und Führungskräfte zu finden – von der Projektentwicklung bis zur Bestandsbetreuung. Typische Kandidaten aus diesem Bereich sind Architekten, Projektleiter, Ingenieure oder Projektentwickler. Im Interview verrät sie uns, wie sie bei der Vermittlung von Kandidaten vorgeht.

Consultant Leslie Riege

Welcher Weg hat Dich zu Cobalt Recruitment geführt?

Zu Cobalt kam ich direkt nach meinem Master. Schon während des Studiums hatte ich im Personalbereich gearbeitet und auch im Studium selbst den Schwerpunkt Personal gewählt. Über eine Vermittlung kam ich schließlich in Kontakt mit Nicole Schwan (Executive Director und zuständig für die deutschlandweite Leitung und strategische Weiterentwicklung des Engineering Bereichs und des Operations Teams) bei Cobalt Recruitment. Das Gespräch mit ihr sowie das anschließende Probearbeiten fand ich sehr überzeugend, sodass ich nach dem Master sehr gerne zu Cobalt gegangen bin.

Kannst Du einen typischen Arbeitstag von Dir beschreiben?

Einen wirklich "typischen" Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Genau das macht meine Aufgaben aber auch so spannend, weil sie sehr vielfältig sind. Es gibt zwar Phasen, in denen man hauptsächlich mit Akquise beschäftigt ist, über längere Zeiträume viel in Datenbanken recherchiert oder Kandidaten kennenlernt. Dann gibt es aber auch wieder Tage, an denen ich hauptsächlich vor Ort beim Kunden bin. Grundsätzlich lässt sich aber schon sagen, dass die meisten Arbeitstage aus einer Kombination unterschiedlicher Aufgaben bestehen.

Was ist wichtiger für die Arbeit eines Consultants – Menschenkenntnis oder die Sachkenntnis in der Branche, in der Du Personal vermittelst? (Oder lässt sich beides nicht wirklich trennen?)

Ich denke, es ist beides sehr wichtig. Natürlich muss man die Branche sehr gut kennen, alleine schon um passende Kandidaten identifizieren zu können, die richtigen Kanäle für die Ansprache auszuwählen und natürlich auch, um beurteilen zu können, ob man mit einem fachlich gut qualifizierten Kandidaten spricht und ob er zum Anforderungsprofil der Vakanz passt.

Genauso wichtig wie die Marktkenntnis ist jedoch auch die Menschenkenntnis. Schließlich geht es immer auch darum, den Kandidaten für ein neues Unternehmen und einen neuen Job zu begeistern. Ich muss dabei einschätzen können, ob der Kandidat in das Team passt und wie realistisch die von ihm angegebene Wechselmotivation ist. Menschen- und Fachkenntnis sind für meine Aufgabe als Personalberater nicht voneinander zu trennen – man sollte beides mitbringen.

Kannst Du uns anhand eines Beispiels erklären, wie Du den jeweils richtigen Mitarbeiter für eine Stelle findest?

Zuerst mache ich in der Regel einen Termin mit dem Kunden und hole mir vor Ort ein detailliertes Briefing ein, das weit über die Stellenanzeige hinausgeht. Wie ist das Team zusammengestellt, warum wird eine Personalberatung hinzugezogen? Sobald ich ein umfassendes Bild habe, wähle ich die Kanäle aus. In manchen Fällen denke ich bereits an gute Kandidaten aus unserem Netzwerk, in anderen muss ich ganz klassisch in die Direktansprache gehen.

Das hängt natürlich immer auch von der vakanten Position ab. Bei stark nachgefragten Profilen sind die geeigneten Kandidaten oft nur schwer zu erreichen und wenig wechselwillig. Bei Junior Positionen hat man dagegen oft auch mal Glück und findet die passenden Bewerber recht schnell. Nicht zuletzt spielt auch die Attraktivität des Unternehmens, das einstellt, eine Rolle.

Ein Teil Deiner Arbeit besteht auch darin, dass Bewerber/Kandidaten sich an Dich wenden können, wenn diese ihre Karrierechancen verbessern möchten. Welche Informationen brauchst du von den Bewerbern für diese Beratung?

Grundsätzlich ist es immer schön, auch proaktiv neue Menschen kennenzulernen, die zwar derzeit nicht wechselwillig sind, sich aber mittel- und langfristig vorstellen können, einen neuen Job anzutreten. Ich halte es daher immer für sinnvoll, im direkten Termin mit dem Kandidaten zu klären, wo die Person derzeit steht und in welche Richtung sie sich entwickeln möchte.

Für die erste Einschätzung benötige ich tatsächlich nur einen Lebenslauf, aus dem der Ausbildungshintergrund und die bisherigen Berufserfahrungen hervorgehen. Auf ein Anschreiben kann verzichtet werden. Zeugnisse sind dagegen immer hilfreich, ich kann aber auch verstehen, dass man die erst im zweiten Schritt schicken möchte.

Habe ich mir einen ersten Eindruck verschafft, vereinbare ich ein persönliches Gespräch. Dort kann ich dann zum einen etwas über Cobalt und unsere Leistungen erzählen. Zum anderen nutze ich die Gelegenheit, das Profil des Kandidaten zu schärfen: Welche Aufgaben hat er bereits übernommen, bei welchen Unternehmen hat er gearbeitet? Wo möchte er hin, wo sieht er eigene Stärken und Schwächen und wo den Schwerpunkt seiner Interessen?

In Bezug auf die Branche, auf die Du spezialisiert bist: Welche beruflichen Trends siehst Du für die kommenden Jahre?

Insgesamt geht es der Immobilienbranche sehr gut. Der Fokus liegt derzeit sicher im Bestand an Immobilien. Gerade in Großstädten fehlen in der Innenstadt die Flächen für große Neubauten. Dagegen gibt es sehr viele Altgebäude, die entweder saniert oder komplett entkernt und dann sehr hochwertig vermarktet werden. Ein weiteres wichtiges Thema sind bezahlbare Wohnimmobilien, da hier die Nachfrage in absehbarer Zeit nicht abnehmen wird.

Zudem wird BIM und alles rund um Bausoftware noch weiter in den Vordergrund rücken, um Schnittstellenverluste zwischen einzelnen Abteilungen zu minimieren und ein Projekt vollumfänglich auf Basis einer Softwarelösung zu betreuen.

Was war Dein größter Erfolg bei Cobalt?

Das war bislang vor allem eine kontinuierliche Entwicklung. Dennoch sticht natürlich die Erfahrung heraus, die ich machen durfte, als ich meinen ersten Kandidaten vermitteln konnte. Das war eine tolle Belohnung für all die investierte Arbeit und Zeit. Ich habe daraus mitgenommen, dass es sich lohnt, am Ball zu bleiben und auch an mir zu arbeiten. Das macht inhaltlich Spaß und am Ende doppelt Freude, wenn man sieht, dass man seine Ziele erreicht hat.

Was schätzt Du an der Arbeit für Cobalt Recruitment?

Ich schätze vor allem unseren 360-Grad-Beratungsansatz. Ich kann meine eigenen Kunden akquirieren und gleichzeitig meine eigenen Kandidaten dafür suchen. Die Betreuung erfolgt also von A bis Z. Das macht jeden Tag spannend und abwechslungsreich. Ich kann sehr eigenverantwortlich arbeiten und komme daher in den Genuss der Selbstwirksamkeit meiner Arbeit.

Nicht zuletzt gefällt mir aber auch der Bereich Bau und Immobilien sehr gut. Es ist ein sehr anspruchsvolles Themengebiet, in dem es viele spannende Projekte und Menschen zu entdecken gibt. Die Branchenspezialisierung von Cobalt geht für mich hier voll auf. Nicht zuletzt schätze ich aber natürlich auch die Kollegen. Wir sind in Hamburg zwar ein kleinerer Standort, aber der Austausch im Team ist sehr nett. Es herrscht eine sehr offene, freundliche Kultur.