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Jan232017

Bauen für die Zukunft

Bauen für die Zukunft1

Um über die Architektur der Zukunft reden zu können, sollte man sich erstens den globalen Kontext der gebauten Umwelt anschauen und verstehen, welche die Bedürfnisse der Zukunft sind. Dabei treten große Herausforderungen hervor: Bevölkerungswachstum, Entwicklung der Technik und Klimawandel, welche uns zwingend in die Richtung der Nachhaltigkeit führen werden. 

Wir stehen vor einem massiven Bevölkerungswachstum – 46% Wachstum in den nächsten 50 Jahren, wobei 50% der Weltbevölkerung heute schon im städtischen Raum lebt und es so aussieht, als würden es 2050 über 70% werden. Das bedeutet, dass die intelligente Nutzung der bebaubaren Fläche eine wichtige Rolle spielt. Hierzu betrachten wir aber nicht nur neue Gebäude, sondern auch die Revitalisierung oder Umfunktionierung des Baubestandes und vor allem die städtebauliche Vorbereitung der Infrastruktur. Sie soll es schaffen, diesen Bevölkerungswandel erfolgreich zu bewältigen und einen harmonischen Lebensraum anzubieten.

Bauen für die Zukunft2

Dabei wird der Stand der Technik mit Sicherheit eine bedeutende Rolle spielen. Die unglaubliche Geschwindigkeit,  mit der sie sich entwickelt, kann überwältigend sein. Sie kann aber auch zum Nutzen einer höheren Lebensqualität eingesetzt werden. Das kann im Bauwesen von der Zugänglichkeit der Technik für herkömmliche Nutzer, zu neuen Materialien oder Wiedererfindung der klassischen Materialien, bis zu revolutionären Technologien reichen.

Der Social-Media Boom hat auch das Bauwesen beeinflusst. Durch die Informationszugänglichkeit und die Fähigkeit,  Impressionen mit vielen Menschen gleichzeitig zu teilen, können heute Gemeinschaften viel leichter in die Planung miteinbezogen werden und Feedback über ihre Gefühle und Emotionen bezüglich kommenden Projekten kann viel schneller erfasst werden, was zu besseren Endergebnissen in der gebauten Umwelt führen kann. 

Schneller geht es aber nicht nur mit dem Informationsaustausch: neue Technologien, wie das 3d-Drucken, ermöglichen es uns inzwischen in Rekordzeit Gebäudebestandteile oder sogar ganze Gebäude zu konstruieren. Dabei können unter Anderem recycelte Materialien benutzt werden, was das 3d Drucken nicht nur zeiteffizient, sondern auch nachhaltig macht. Komplizierte Formen müssen somit nicht mehr aufgrund mangelnder Ausführungstauglichkeit hinterfragt werden, weil CNC mehr und mehr in das Bauwesen eingreifen und schwierige Bauaufgaben mit Leichtigkeit löst.

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Klassische, natürliche Materialien  erhalten in Verbindung zu diesen Maschinen neue Bedeutungen und stellen die Zukunft des Bauwesens dar. Zum Beispiel könnte Beton bald von Holz als Hauptbaumaterial ersetzt werden - ein leichtes sehr tragfähiges Material, das brandbeständiger als Beton und Stahl sein kann. Man muss bedenken, dass Gebäude einen Drittel der globalen CO2 Treibhausgasemissionen ausmachen. Dabei sind die Produktion und der Transport von Beton für mehr als das Fünffache des CO2-Fußabdrucks der gesamten Flugverkehrsbranche verantwortlich.

Er könnte aber zum Beispiel sogar bei Hochhäusern durch Brettsperrholz ersetzt werden. Die Benutzung von Holz in hohen Gebäuden ist keine Neuigkeit; in Japan stehen noch Holzhochhäuser, die 1400 Jahre alt sind. Holz ist ein natürliches Material, speichert CO2, gibt O2 während seines Wachstums ab und erzeugt keine Abfallprodukte, da es natürlich abbaubar oder wiederverwendbar ist, wobei 20% der Materialien, die für konventionelle Hochhäuser benutzt werden, als Bodenaufschüttung enden. Andere natürliche Materialien wie Erde und Stein könnten dank der neuen Technologien auch mehr an Boden gewinnen.

Die Zukunft im Bauwesen tendiert also eher in Richtung nachhaltiger Gebäude und Lebensräume, die den Bedürfnissen der Nutzer entgegenkommen. Es geht mehr um bedeutungsvollen Inhalt und hohe Lebensqualität als um die Individualisierung von Baukörpern, die durch Form und Aussehen herausragen.

Die große Herausforderung der Zukunft ist Nachhaltigkeit und sie wird schneller als erahnt zu einer Angelegenheit der Gegenwart.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Montag, den 23.01.2017 und ist abgelegt unter Bauwirtschaft. Sie können unseren RSS 2.0 News Feed hier abonnieren.

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